Freitag, 28. Februar 2014

Erlebnisse im Krankenhaus

Hallo liebe Blog-LeserInnen,

seit meinem letzten Blog-Eintrag sind nun fast 2 Wochen vergangen und es ist wieder eine Menge passiert. Da ich letztes Mal noch nicht so viel zum Krankenhaus-Alltag berichten konnte, fange ich jetzt am besten gleich damit an.
Mein erster Einsatz ist auf der chirurgischen Station (surgical ward). An sich sieht der Alltag so ähnlich aus wie bei uns. Der Tag beginnt um 8.30 Uhr mit der Visite auf Station, dann folgen die Operationen bis ungefähr um 11 Uhr und danach kommen die Patienten in die chirurgische Ambulanz. Zwischen 13 Uhr und 15.30 Uhr ist Mittagspause und um 18 Uhr ist dann Feierabend. Wahrscheinlich denkt ihr euch jetzt „oh ist ja gar nicht so stressig“ und da habt ihr an sich auch recht, aber das hängt auch von der Station ab. In der Gynäkologie gibt es sehr viel zu tun und die Babys kommen auch mitten in der Nacht. Aber an sich ist es in der Tat sehr entspannt. Wobei das nicht nur im Krankenhaus so ist. Die Inder sind generell ziemlich ruhig und gelassen, auch im Straßenverkehr.  Man nutzt jede Gelegenheit um irgendwo in Ruhe einen Tee oder Kaffee zu trinken und da lassen die sich auch nicht stressen. Am Anfang habe ich das schon als sehr langweilig empfunden, weil ich aus Deutschland einen ganz anderen Rhythmus gewohnt bin und da selten Zeit zum Teetrinken bleibt. Ich war auch stets immer pünktlich wenn man mir eine Uhrzeit genannt hat. Tja,… das war ein Fehler.

 Immer wenn ich kam hieß es nur „Sit Sit..“ und dann musste ständig zwischen 30-60 min auf die Ärzte warten. Mittlerweile hab ich gelernt die Situation einzuschätzen und weiß nun wann die Ärzte da sind und wann sie sich vielleicht doch entscheiden ein zweites Frühstück einzunehmen (das zweite Frühstück ist hier übrigens ganz normal).Oh, jetzt hätte ich beinahe den Mittagsschlaf vergessen. Der ist hier auch quasi „heilig“. Das ist auch immer ganz süß wenn die Schwestern merken, dass man müde ist kommt gleich die Aussage „take a rest“. Eine Angewohnheit, die ich jetzt nicht unbedingt als störend empfinde. 
Wenn man sich diesem Rhythmus anpasst dann merkt man auch mit der Zeit, dass es Vorteile hat sich weniger zu stressen. Man ist in der Tat viel leistungsfähiger und lockerer. Ich muss auch dazu sagen, dass es am Nachmittag sehr heiß wird und man sehr schnell erschöpft ist. Deshalb sind die Operationen auch immer vormittags, denn im OP gibt es keine Klimaanlage.

Nun zurück zu meiner Tätigkeit in der chirurgischen Abteilung. Anfangs war es echt schwer, weil die Patienten kein Englisch sprechen sondern nur Marati. Ich habe also kein Wort von dem verstanden was die Ärzte mit den Patienten gesprochen haben. Vor allem bei der Visite hatten die auch keine Zeit mir irgendetwas zu übersetzen. Viele Schwestern auf der Station können auch kein Englisch und da musste ich mich zunächst mit Händen und Füßen verständigen. Wenn man dann auch noch neu ist fühlt man sich schon mal ganz schnell alleingelassen und überfordert. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass die ersten Tage echt hart waren und ich mich schon gefragt habe ob es die richtige Entscheidung war herzukommen. Die Sprachbarriere ist groß und viele wollen auch einfach kein Englisch sprechen.
Am Rande möchte ich auch noch anmerken, dass es in Indien als Frau und v.a. als Ärztin nicht leicht ist. Ich habe schon das Gefühl, dass die Ärztinnen schon ordentlich die Ellenbogen ausfahren müssen. Naja und auch ich als Studentin kam in den Genuss der indischen Kultur bezüglich Mann und Frau. Nachdem ich es irgendwie geschafft habe von den männlichen Ärzten nicht mehr ignoriert zu werden, konnte ich mich mental endlich ein wenig zurücklehnen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht ununterbrochen auf dem Prüfstand stehe. Gleich am Anfang habe ich vom Chefarzt ein schönes englisches Chirurgie-Buch bekommen, also quasi die Chirurgie-Bibel. Und bevor ich den Operationssaal betreten durfte musste ich mich am Tag vorher theoretisch auf die OP vorbereiten und während des Eingriffes Fragen dazu beantworten. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass das Buch knapp 1300 Seiten hat und wahrscheinlich in der kleinstmöglichen Schriftgröße gedruckt wurde die es gibt und Bilder sind eine Rarität. Mittlerweile wiederholen sich die OPs, aber anfangs habe ich schon knappe 4-5 Stunden am Tag gelernt. Auch wenn es echt anstrengend war und ich schon sehr angespannt war, kann ich nun sagen, dass es sich gelohnt hat. Ich habe viel gelernt und durfte bei verschiedenen OPs assistieren. Was eigentlich ein echter Luxus ist. In Deutschland stehen neben dem Operateur noch Assistenzärzte, PJler (=Medizinstudenten im Praktischen Jahr) und OP-Schwester am Tisch. Aber hier nur ich, der Operateur und eine Schwester. D.h. ich bin quasi 1. Assistent und darf auch Haken-halten, Skalpell anlegen etc. und der Chirurg ist nur für mich da und nimmt sich Zeit meine Fragen zu beantworten. Da kann man echt viel lernen.

Woran ich mich auf keinen Fall gewöhnen werde, ist die Tatsache, dass eine Krankenschwester der Anästhesist ist. Ich bete jedes Mal wenn der Patient eine Spinalanästhesie bekommt. Die Nadel zu legen ist ja das eine, aber ganz genau zu wissen welche Anästhetika wann und wieviel gegeben werden ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und sollte definitiv von einem Arzt mit entsprechender Facharztausbildung durchgeführt werden. Aber es hat es sich gelohnt, dass INGEAR e.V. den Monitor für die Überwachung der Vitalfunktionen im OP finanziert hat. Denn gleichzeitig manuell den Blutdruck messen, Puls messen und die Anästhesie überwachen ist ein schwieriges Unterfangen und kann für den Patienten lebensgefährlich sein.

Dies ist einer zwei OPs und auf der linken Seite seht ihr den Monitor.
 
 
 
Assistieren bei der OP einer Hydrocele. (links: Chefarzt, rechts: OP-Schwester)
 


Hier wurde aus medizinischen Gruenden eine Beschneidung durchfuehrt.


In der Ambulanz kann ich fast jeden Patient auch klinisch untersuchen wie z.B. Herz und Lunge mit dem Stethoskop auskultieren, Brust u. Abdomen (Bauch) untersuchen, Schilddrüsen untersuchen, diverse Schwellungen und Abszesse tasten uvm. Sehr viele Patienten kommen wegen Bauchschmerzen, was dann meistens auf die Diagnose Blinddarmentzündung oder Nierensteine hinausläuft. Bei Kindern sind es häufig irgendwelche Fremdkörper im Ohr/Nase, Mandelentzündungen und bei Jungen sind es Vorhautverengungen, die dann auch operativ behoben werden müssen, sprich sie werden beschnitten. Das häufigste sind jedoch Infektionen jeglicher Art. In dem Fall kommen die Patienten mit geschwollenen Lymphknoten und dann muss man erst Detektivarbeit leisten. Hier kommen dann alle möglichen Untersuchungen zum Einsatz, aber vor allem wird hier das Labor tätig. Das Labor ist auch ein Punkt auf meiner Liste, den ich mir genauer anschauen werde. Denn hierfür bestehen von Seiten der Klinikleitung Pläne für einen Ausbau und eine Modernisierung um noch mehr Untersuchungsmöglichkeiten bieten zu können. Vor allem soll das Labor um einen pathologischen und mikrobiologischen Untersuchungsraum, mit entsprechender Ausstattung, erweitert werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass Infektionskrankheiten bei dem Patientenklientel dominieren, wäre es mit Sicherheit sinnvoll das Spektrum zu erweitern um noch schneller und v.a. effektiver arbeiten zu können. Denn Antibiotika werden hier eingesetzt wie Wasser. Fast jeder Patient wird mit einem oder sogar mehreren Antibiotika behandelt und das immer per Infusion. Sogar die Patienten die ambulant kommen kriegen eine Infusion. Man muss sich einfach vorstellen, dass überall auf den Gängen (drinnen und draußen) die Patienten bei 35 Grad auf provisorischen Liegen ruhen und warten bis die Infusion durch ist. Das fand ich am Anfang schon sehr gewöhnungsbedürftig. Ich kann momentan noch keine Aussage dazu machen inwieweit INGEAR e.V. hier finanziell unter die Arme greifen wird. Dafür fehlt mir noch der Einblick in die Arbeit auf den anderen Stationen und im Labor. Man muss vor allem sehen, ob es nicht noch wichtigere Dinge gibt, die das Krankenhaus braucht. Wie gesagt, dafür ist es noch zu früh.
Ich werden während meines Aufenthaltes hier noch auf die andere Stationen rotieren und dann kann ich mir auch ein Bild von der Gesamtstruktur und der Arbeit hier vor Ort machen. Für weitere differentialdiagnostische Untersuchungen gibt es auch ein Röntgengerät und ein Ultraschallgerät. An mehreren Tagen in der Woche kommt dann ein Arzt ins Haus der den ganzen Tag nur für die sonographischen Untersuchungen zuständig ist. Das sind dann Patienten, die in der Ambulanz waren und hausintern zur Ultraschalluntersuchung überwiesen werden. Das geht dann auch ganz schnell. Der Arzt schreibt sofort per Hand einen Bericht, der landet in der Patientenakte und dann stellt sich der Patient nochmal beim überweisenden Arzt vor, der auch schon den Bericht in der Hand hält.

Wenn eine Untersuchung benötigt wird, die im Haus nicht gemacht werden kann, wird der Patient woanders hin überwiesen und kommt dann 2 oder 3 Tage später mit dem Bericht und entsprechenden Bildern wieder. Ich muss sagen, ich war sehr überrascht wie schnell und effektiv hier gearbeitet wird. Vor allem muss man bedenken, dass wir hier absolut auf dem Land sind und es sich oft um Patienten handelt, die für die Behandlung im Krankenhaus nicht bezahlen können. Dazu ist die Verkehrsanbindung nicht so gut und somit müssen die Patienten schon fast eine halbe Weltreise machen um die Untersuchung zu bekommen. Trotz alle dem klappt es sehr gut.

Ich hoffe ihr konntet jetzt einen kleinen Einblick in die Arbeit und Situation hier in Shevgaon bekommen. Ich bin selber gespannt was mich noch in den nächsten Wochen auf den anderen Stationen so erwartet. Einen großen Teil werde ich noch in der Gynäkologie verbringen und dann noch ein paar Tage die Schwestern bei ihrer Arbeit in den Dörfern begleiten. Das ist quasi eine Art erweiterter Hausbesuch, aber auch Hilfe für die Leute, die nicht ins KH kommen können. Wie das genau aussieht und was hinter dieser Arbeit steckt, werde ich nächste Woche erfahren.

Da dieser Blog-Eintrag wieder super lang geworden ist, werde ich an dieser Stelle auch aufhören. Diesmal dominierte eher meine Erfahrung hier im Krankenhaus, aber ich werde ich kurzer Zeit noch einmal schreiben und euch berichten was ich in meiner Freizeit so erlebt habe. Ich kann nur so viel sagen, ich habe einen sehr abenteuerlichen Ausflug in Großstadt Pune hinter mir habe und das Glück auf einer traditionellen Hindu-Hochzeit, im Maharadscha-Stil, Gast gewesen zu sein. Es war wie im Märchen… und ich hatte die Gelegenheit endlich meinen Sari anzuziehen!
Leider habe ich auf Grund der schlechten Internetverbindung Probleme Fotos hochzuladen, aber ich werde versuchen nächstes Mal an einen Büro-PC zu kommen und dann ergänze ich die Fotos noch.

Namaste, eure Iweta

Sonntag, 16. Februar 2014

Hallo liebe Blog-LeserInnen,
ich bin jetzt nun seit fast einer Woche hier in Shevgaon und es hat sich nun genug angesammelt um  meinen ersten Blog-Eintrag  zu schreiben. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht wo ich eigentlich anfangen soll J Ich wurde bereits in dieser kurzen Zeit von so vielen Eindrücken „überrollt“, dass ich erst selber ein paar Tage gebraucht habe um das alles zu verarbeiten.  Seit gestern kann ich sagen: „Ich bin jetzt endlich angekommen“. Physisch ist das ja schon seit einer Woche der Fall, aber geistig hat es etwas länger gedauert.

Für diejenigen unter euch, die noch nie in Indien waren bzw. vielleicht schon mal hier waren, aber noch nie in einer ländlichen Gegend, werde ich versuchen kurz meine ersten Eindrücke und Emotionen über das Leben und die Kultur(en) niederzuschreiben. Vielleicht fange ich am besten bei der Autofahrt vom Flughafen zum Krankenhaus an.
– Jeder der schon mal hier war wird jetzt mit Sicherheit schmunzeln –

Ja,… der Verkehr in Indien… wie soll ich sagen, er ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist wahnsinnig viel los und sogar die Inder selber hört man ständig sagen „Oh so much traffic today“!
Das Lustige ist, das eigentlich Alles und Jeder am Straßenverkehr teilnimmt. Ob Mensch, Tier oder etwas Fahrbares… egal! Hauptsache man kommt irgendwie von A nach B. Es ist sehr laut, alle Menschen laufen kreuz und quer über die Straße, man drängelt, überholt, hupt was das Zeug hält und aus einer Spur werden immer drei. Wenn dann noch plötzlich eine Kuh quer auf der Fahrbahn steht, bleibt einem nichts anderes übrig als den Wagen irgendwie drum herum zu manövrieren. In diesem Fall hilft dann nur noch beten J Verkehrsunfälle sind hier auch keine Seltenheit. Vor allem nachts muss man sehr aufpassen. Man hat nämlich den Eindruck, dass die Inder nicht so ganz wissen wozu ein Abblendlicht oder ein Fernlicht da sind. Die schalten sogar das Fernlicht an wenn man gerade auf sie zufährt. Man wird sehr geblendet und muss eigentlich fast stehenbleiben wenn man an einem Auto auf der Gegenspur vorbeikommt. Dementsprechend braucht man auch länger. Erst gestern Abend haben wir innerhalb von 15 min zwei Verkehrsunfälle gesehen, an denen eine Auto und ein Motorrad beteiligt waren.

Zu den visuellen Eindrücken kommen dann auch noch die olfaktorischen dazu. Wer also eine empfindliche Nase hat wird erstmal zu kämpfen haben.  Da die Straßen nicht oder nur teilweise geteert sind wird der Staub durch den Verkehr aufgewirbelt, hinzu kommt der extrem konzentrierte Gestand nach Abgasen, verbrannter Kohle und Plastik. Und dann stellt man sich am besten diese Mischung bei Temperaturen von 35 Grad im Schatten vor.  Ja, es ist zu Beginn nicht ganz angenehm und ich muss sagen, dass es mir in den ersten Tagen starke Kopfschmerzen bereitet hat. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran.  

Wenn man jetzt mal vom Straßenverkehr an sich absieht und nach links und rechts an den Straßenrand schaut hat man als Europäer mit diversen Emotionen zu kämpfen. Anfangs beobachtet man neugierig und erstaunt das bunten Treiben, wenn man jedoch genauer hinsieht überkommt einen das Gefühl von Schock, Trauer, Mitgefühl und vielleicht sogar etwas Wut. Wut über das System, dass daran schuld ist in welchen Umständen die Menschen hier leben müssen. Die „Häuser“ sind stark heruntergekommen, die Straßen voller Müll und teilweise gibt es keine fließend Wasser oder Strom. Wenn man dann noch die süßen Zwerge in ihren bunten glitzernden Saris im Dreck spielen sieht, möchte man die Welt verändern. Man sieht plötzlich einen absoluten Kontrast zur der Welt in der man selber lebt. An dieser Stelle möchte ich auch nicht mehr dazu sagen, da man viel mehr über die Kultur und das Land wissen muss als das was man mit dem bloßen Auge sieht. Klar ist, dass hier irgendetwas schief läuft wenn man in der heutigen Zeit nicht mal ein richtiges Dach über den Kopf hat und sein Leben ohne Strom meistern muss. Das hat nichts mit der Kultur zu tun. Diesen  Aspekt kann man sicherlich objektiv diskutieren. Alles andere muss man selbst miterlebt haben. Wobei das alles viel komplizierter ist als man denkt. Man kann auch nicht nur über eine Kultur sprechen. Genaugenommen sind es mehrere Kulturen, Religionen, Weltanschauungen die, die Menschen hier zelebrieren und ausleben. Ich belasse es bei einer wertfreien Beschreibung und überlasse die Meinungsbildung meinen Lesern. Ich kenne einige Inder, die schon mehrmals in Deutschland waren bzw. einige Jahre bei uns gelebt haben und keiner davon möchte bei uns bleiben.

Dieses Land birgt auch sehr viele schöne Dinge um die ich sie auf jeden Fall beneide. In erster Linie, die wunderschönen Saris J Es ist ein absoluter Traum zum Sari-Shoppen zu gehen. Man ist umgeben von deckenhohen Regalen voller ausgefallener Stoffe in allen Farben, die man sich nur vorstellen kann. Es glitzert und funkelt aus jeder Ecke und ein Stoff ist schöner als der andere. Beim Betreten des Geschäftes muss man die Schuhe ausziehen und läuft dann auf einem mit dünnen und weichen Materatzen ausgelegtem Boden. Dann nimmt man gemütlich im Schneidersitz Platz und lässt sich die Prachtstücke präsentieren. In dieser Situation ist es schon empfehlenswert eine einheimische Dame dabei zu haben, die einem dann erklärt, dass es auch bei Saris ein System gibt und hier auch zwischen festlich und casual, oder wie sagen die Inder so schön „all day use“, unterschieden wird.
 Man sucht sich einen Stoff aus und dann wird Maß genommen. Denn so ein Sari kommt nicht von der Stange,… nein… der wird extra genäht! Der Traum einer jeden Frau J
Wie diese dann live aussehen, zeige ich euch dann bei Gelegenheit. Ich bin mir jedefalls  sicher, dass zu meinen 2 Saris noch welche dazukommen werden.   

Als nächstes haben die Inder eine tolle Landschaft. Überall stehen Palmen und wachsen bunte Blumenstöcke. Einfach herrlich. Erst gestern habe ich auf der Autofahrt Reisfelder, Mangobäume, Bananenbäumchen und Plantagen mit Zuckerrohr gesehen. Ahja, da waren noch Baumwollpflanzen… die sehen echt lustig aus. Wie so kleine Büsche an denen Wattebäusche dranhängen.
… und das indische Essen erst J
aber diese Erfahrungen schildere ich euch beim nächsten Mal.

Vielleicht noch paar Worte zum Krankenhaus-Kloster-Komplex selbst, damit ihr wisst wie es hier so aussieht.
Wie einige von euch ja bereits wissen, ist dieses Krankenhaus an ein Kloster angeschlossen und  dieses ist  auch für die nächsten zwei Monate mein Zuhause. Ich habe hier ein schönes und sauberes Zimmer mit eigenem Bad und  mit allen Möbeln die man so braucht. Das Kloster an sich ist mittelgroß, besitzt einige Aufenthaltsräume, eine Küche, eine Kapelle und die Schlafzimmer der Klosterschwestern.  Das Interessante an der Architektur ist, dass es eigentlich keine geschlossenen Gänge gibt. Es gibt einen Innenhof mit wunderschönen Blumen und drum herum erstreckt sich das Gebäude des Klosters. Die Rundgänge sind um diesen Hof angeordnet und im 1. Stock läuft man quasi wie auf einer Galerie. Vielleicht kann man dies auf den Fotos erkennen.
Wenn man das Klostergebäude verlässt, findet man das Krankenhaus, eine Schwesternschule (in der die Schülerinnen auch untergebracht sind)  und eine Übernachtungsmöglichkeit für die Ärzte, die Bereitschaftsdienst haben. Das Gelände an sich ist bepflanzt mit Palmen und diversen exotischen Blumen. Es gibt sogar einen kleinen Gemüsegarten indem die Schwester Chili, Knoblauch etc. selbst anbauen.
Hier sieht man den Innenhof des Klosters mit seinen exotischen Pflanzen
und auch die offenen Gaenge, die ich bereits beschrieben habe.

 
Mein Zimmer (links in der Ecke befindet sich das Bad)

Das Krankenhaus an sich bietet momentan die Möglichkeit 115 Patienten stationär aufzunehmen. Generell gibt es hier 4 Stationen, wobei  diese nicht unbedingt nach Fachbereichen aufgeteilt sind, sondern nach Geschlechtern (female ward / male ward). Bei den female wards wird nochmal unterteilt in surgical ward (Chirurgische Station) und delivery ward (Entbindungsstation). Auf der male ward liegen sowohl postoperative Patienten als auch Patienten mit abdominellen Beschwerden,  Infektionen, aber auch Vergiftungen und Schlangenbisse. Man muss dazu sagen, dass diese Krankheitsbilder hier auch den größten Teil der Patienten betreffen.  Für Patienten die etwas mehr Geld haben besteht die Möglichkeit auf einer private ward (Privatstation) untergebracht zu werden. Diese Station ist jedoch optional und ist nicht automatisch an eine Kaste oder an den finanziellen Status des Patienten gekoppelt. Wodurch hier nicht das Gefühl einer 2-Klassen-Medizin entsteht. Der  Patient entscheidet sich gezielt dafür.
 Desweiteren besitzt das Krankenhaus eine sehr gut ausgestattete ICU (Intensive Care Unit) mit 4 Betten, eine Notaufnahme,  einen speziellen Raum für die Neonatalogie (Frühgeburtstation),  einen Entbindungsraum, eine Ambulanz mit mehreren Fachabteilungen (v.a. Gynäkologie, Kardiologie, Chirurgie), zwei Apotheken, ein  Labor, einen Raum für bildgebende Verfahren wie z.B. Röntgen, zwei OP-Räume und natürlich eine Anmeldung und Verwaltungsräume.

Innenhof des Krankenhauses indem die Patienten mit ihren Angehoerigen sitzen.

Das Wartezimmer und Anmeldung der Ambulanz.

Eine der zwei Apotheken. Hier  her kommen die Patienten
aus der Ambulanz mit ihrem Rezept.

Auf diesem Foto sieht man das aktuelle Labor und einen Teil des Teams.

Abteilung Physiotherapie

Entbindungssaal

Das ist das neue digitale Roentgengeraet.
 

Ich würde gerne etwas mehr über den Alltag im Krankenhaus erzählen, leider war ich bis jetzt nur einen Tag auf Station, da ich mich selbst erkältet habe und mich erstmal auskurieren musste bevor ich mein Immunsystem weiter diversen Infektionskrankheiten aussetze. Deshalb werde ich diesen Teil für meinen nächsten Blog-Eintrag aufheben.

Wie ich sehe, habe ich es tatsächlich geschafft so viel zu schreiben J Ich hätte eigentlich noch so viel zu erzählen…beim nächsten Mal dann J

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag!

Namaste,
eure Iweta


Sonntag, 9. Februar 2014

Hallo liebe Blog-LeserInnen,

ich möchte kurz die Gelegenheit nutzen mich vor meiner Abreise nach Indien vorzustellen.
Meine Name ist Iweta, ich bin 28 Jahre alt und studiere im 7. Semester Medizin am Uniklinikum in Regensburg. Ich bin jetzt seit fast 2 Jahren aktives Mitglied bei Ingear e.V. und werde die nächsten 2 Monate im Nityaseva Hospital in Shevgaon verbringen.
Da es mich, als Medizinstudentin, natürlich sehr interessiert wie die Gesundheitssysteme in anderen Ländern funktionieren, sah ich hier die Chance hautnah dabei zu sein und wenn auch nur für kurze Zeit, ein Teil dieses Systems in Indien zu werden. Ich bin sehr gespannt was mich in den nächsten Wochen vor Ort erwartet und welche Aufgaben mir im Krankenhaus zugetragen werden, aber ich bin mir sicher, dass es eine sehr aufregende und abenteuerlich Zeit sein wird.
Neben meiner Arbeit auf Station/OP, müssen auch Entscheidungen getroffen werden, inwieweit Ingear e.V. zu einer Verbesserung der momentanen medizinischen Verhältnisse beitragen kann und welche Beschaffungen in nächster Zeit getätigt werden müssen um den Standard zu verbessern und somit eine bessere Patientenversorgung zu gewährleisten.
Ich freue mich auf all die Eindrücke und Erfahrungen, die mich in Indien erwarten und hoffe meinen beiden Rollen gerecht zu werden.

Jetzt heißt es aber erstmal,... Rucksack fertig packen und los geht die Reise in das Land der Gegensätze, der Farbenpracht, des Duftes nach exotischen Gewürzen und der Maharadschas :)


Viele liebe Grüße,
Eure Iweta